Caro in Ghana

29.11.2012-29.03.2013

 
08März
2013

Ein Viertel Jahrhundert

25.02.

Heute war also der erste Tag ohne Lucas in der Schule. Das war schon merkwuerdig und natuerlich ziemlich langweilig. Die Kids haben mit den Exams angefangen und ich hatte, da Mathe als erstes dran war, ziemlich viel zu tun. Erst alles markieren und dann mussten die endlosen Listen wieder ausgefuellt werden mit Prozentzahlen usw. In den Pausen habe ich dann auch nicht wirklich viel gemacht und war froh, als ich nach Hause konnte. Nachmittags ging es dann irgendwann rueber zu Lucas, da er morgen nach Cape Coast fahren will, muss natuerlich ein Abschies-Koforidua-Bier getrunken werden! Seine Gastfamilie hat nachmittags einen kleinen Abschiedssnack zubereitet, zu dem ich auch eingeladen war. Nora, die Tochter von Grandma, hat Scones gebacken und Erdnuesse kandiert. Das war natuerlich alles sehr lecker und wir haben uns die Baeuche voll geschlagen. Abends kamen dann Sarah und Christiane noch rueber und wir sind mit Claudia, Marcel und Marcel (ein ehemaliger Volunteer, der jetzt zu Besuch hier ist) im Spot gegenueber und haben den Abend ausklingen lassen.

26.02.

Weiter geht es mit den Exams! Heute war fuer mich eher wenig zu tun, da die Kinder nur ein Fach geschrieben haben, dass ich nicht korrigieren kann. Also hat das die Becki gemacht und ich habe die meiste Zeit mit Lucas geschrieben, der erst mal nicht so frueh zuhause los kam wie er wollte, weil Grandma ihm noch ein dickes Abschiedsfruehstueck gemacht hat und sogar was fuer den Weg mitgegeben hat! Dann war sein Tro leider komplett leer und er musste warten bis es voll wurde. Einmal losgefahren hatte er dann einen Platten und der Reifen musst erst mal gewechselt werden. In Suhum (30 min von Koforidua weg) hat dann eine Frau 30 Minuten lang versucht irgendetwas grossen in den Kofferraum des Tros zu bekommen - letztlich doch ohne Erfolg und schliesslich haben sie noch fast eine Frau angefahren, die irgendwo ueber die Strasse gelaufen ist. Gegen Abend ist Lucas dann aber doch im Baobab angekommen. Ich bin nach der Schule nach Hause gegangen und habe mich mit Claudia und Marcel getroffen. Wir sind dann in die Stadt gefahren und waren beim Taschenschneider. 

27.02.

Ich hatte wieder nicht so viel zu tun in der Schule, aber dafuer habe ich mit den Kindern "Machet auf das Tor, es kommt ein goldener Wagen" auf ghanaisch gespielt. Sehr lustig, dass es das hier auch gibt! Dabei ist mir ein Maedchen dann so doll auf den Fuss gesprungen, dass ein Zeh aufgeplatzt ist und geblutet hat. Ach ja, das sind hier eben alles ganz schoene Rabauken! :) Sonst habe ich nicht mehr viel gemacht, ausser ein paar Sachen zu waschen.

28.02.

Heute werde ich ein viertel Jahrhundert alt. Hoert sich irgendwie ziemlich alt an! Aber immerhin: So habe ich meinen Geburtstag noch nie gefeiert und werde es vermutlich auch so schnell nicht wieder tuen. Schwitzend aufwachen, kurze Hose und Top, Sonnenschein pur und geschaetzte 30 Grad am 28. Februar. Nachdem ich duschen war, darf ich nicht mehr in die Kueche bis die Maedels mich rufen. Sarah und Christiane haben mir ein super tollen Geburtstagsfruehstueck gezaubert mit Oats, Kuchen, Omlette und einigen Geschenken. Ich habe Ohrringe, Knabberzeug und einen Schwamm bekommen. Gut gestaerkt ging es dann in die Schule. Da meine Lehrerin morgen nach Cape Coast zu einer Veranstaltung muss, habe ich ihr heute schon ein kleines Geschenk mitgebracht. Ich habe zum Geburtstag und zum Abschied Stoff von ihr bekommen. Wir haben dann so gut es ging schon alles fertig gemacht, damit ich morgen nicht so viel zu tun habe. Und dann hat Papa angerufen und mir von ganz, ganz vielen Leuten gratuliert. Vielen Dank!! 

Nach der Schule bin ich schnell in die Stadt gefahren und habe noch Geschenke fuer die Kinder gekauft. Nachmittags habe ich dann Essen fuer die Familie geholt. Leider hatte die Chopbar, in der ich eigentlich etwas holen wollte, zu und so mussten wir in eine andere. Hier gab es nur noch Joloffrice und Nudeln mit Huehnchen. Na gut, besser als nichts! Also habe ich fuer jeden etwas gekauft. Meine Gasteltern haben sich bedankt und es dem Boy geschenkt... naja, wie sie wollen. Anschliessend ging es zu Claudia und Marcel, wo wir dann Palmwein getrunken haben und ein bisschen gefeiert haben. 

01.03.

Letzter Schultag!! Oh je, irgendwie bin ich doch ganz schoen aufgeregt. Ich fahre also in die Schule und schreibe mit den Kids Ghanaen Language - lustig, dass ich genau dieses Fach alleine mit ihnen schreiben und korrigieren muss- und schleppe meine Geschenke an. Das Exam klappt ganz gut und ich kann auch ohne Probleme, mit den vorgegebenen Loesungen, korrigieren. Auch das Register ist schnell ausgefuellt und ich bin schon um 10 mit der ganzen Arbeit fertig. Dann ruft mich die Direktorin zu sich ins Buero und verabschiedet sich von mir. Ich bekomme eine Kette und eine Tasche geschenkt. Fuer die Kids habe ich Kekse, Luftballons und einen blue pen gekauft und fuer die Klasse noch eine Weltkarte und eine 1x1-Karte. Unglaublich wie die Kinder sich ueber die Sachen freuen!! Da ist es mir dann doch wirklich schwer gefallen zu gehen. Aber als ich aus der Schule raus bin, ist es dann doch sehr schoen! Ich packe in aller Eile meine Tasche und mache mich auf den Weg zur Station. Hier treffe ich Emil und Justus und wir wollen zusammen nach Cape Coast zu Lucas fahren. Leider war das Tro nach Takkoradi noch nicht da, also haben wir eins das nach Accra faehrt gesucht. Leider aber nur eins, dass die schlechte Strasse faehrt und da hatten wir keine Lust drauf, also sind wir weiter zu der Stelle wo die Tros nach Agona Swedru abfahren. Hier war weit und breit keine Car, dafuer aber umso mehr Menschen, die nach Swedru wollten. Aussichtslos... also sind wir wieder zurueck zur Takkoradistation, hier wurde uns nun gesagt, dass das naechste Tro das kommt bereits ausgebucht ist. Ein super Start ins Chiller-Leben! Also wieder zu dem Accra Tro und los. In Accra angekommen sind wir dann an ausgestiegen, um ein Tro zur Kaneshie Station zu bekommen, da unseres nur zum Circle fahren wuerde und wir von da nicht nach Cape Coast koennen. Aber auch hier hat das Schicksal es nicht gut mit uns gemeint und wir mussten letztlich in eine langsame car zum Circle steigen, weil nix anderes kam. Dort dann in eins zur Kaneshie und jetzt endlich ging es mal voran. Hier wurden wir direkt in ein super bequemes Tro nach Cape Coast geschleust und hatten keine Wartezeit mehr. Abends sind wir dann angekommen und waren etwas essen und anschliessend im Oasis.

02.03.

Unglaublich! So wenig haben wir selten gemacht: im Hotel und am Strand rumgelegen und geschlafen. Abends haben Lucas, Justus und Sunna (die leider noch nicht da war, weil sie Magenprobleme hat) zum Essen ins Oasis eingeladen und wir haben noch was getanzt. Leider war die Musik furchtbar schlecht, so dass nur Justus wirklich lange durchgehalten hat. Ich habe mich irgendwann alleine auf den Weg zum Hotel gemacht und Stone kennengelernt. Ja, die Ghanaer haben doch wirklich lustige Spitznamen (Cappuchino kenne ich uebrigens auch). Wir waren dann noch ein Eggsandwich essen und er hat mich zum Hotel gebracht. Und irgendwann, 3 Stunden spaeter kam dann Justus auch ins Hotel. Leise wie ein Maeschen, polterte er durch die Zimmertuer um kurz darauf seinen Rucksack vom Fensterbrett zu werfen. Anschliessend hat er fuer 3 Sekunden das Gleichgewicht voellig verloren und ist im Rueckwaertsgang auf mein Bett zugestolpert, konnte sich aber im letzten Moment noch fangen bevor er auf mir gelandet ist. Nachdem er sich irgendwie halbwegs entkleidet ins Bett hat fallen lassen durften Lucas und ich noch seinen gesanglichen Meisterleistungen lauschen, die uns in Form von "Can you feel the love tonight" getroffen haben. Nach einer halben Stunde Getoese und lautem Atmen ist er dann endlich in einen komatoesen Rausch-schlaf gefallen, ohne groesseren Schaden angerichtet zu haben. Das machen also 5 ghanaische 625ml Bier aus einem. ;)

03.03.

Heute ging es Justus nicht ganz so gut. Warum bloss? Sunna, ist ganz frueh in Suhum losgefahren und stand schon um 10 Uhr im Baobab auf der Matte. Nach dem Fruehstueck habe ich mich dann auf Souvenir Shoppingtour begeben und in Stones Bar einen leckeren Kokosnuss-Ananas Saft getrunken. Anschliessend sind wir zum Strand gegangen und haben uns gesonnt. Abends ging es, damit wir auch etwas Abwechslung haben, wieder ins Oasis. Aber Sunna war ja noch gar nicht da und daher ist das schon ok so. Hier haben wir dann einen Deutschen kennengelernt, der alleine 2 Wochen Urlaub macht und sind irgendwann ins Hotel.

04.03.

Nachdem wir bis 12 Uhr im Hotel gechillt haben sind wir los zur Station, um nach Accra zu fahren. Eigentlich wollten wir ein Hotel buchen, aber irgendwie war unter den Nummern keiner zu erreichen, oder die Hotels waren viel zu teuer. Also sind wir einfach ohne Reservierung los. Man wird in so einer grossen Stadt doch wohl ein Hotel finden! In Accra angekommen hat Lucas dann seinen dicken Rucksack aus dem Kofferraum vom Tro geholt. In diesen paar Sekunden wurde ihm dann das Portemonnaie gestohlen!! Und das 2 Tage vor dem Abflug nach Neuseeland. Zum Glueck war nichts als Geld in dem Portemonnaie drin, aber trotzdem ist es ziemlich aergerlich! Im Taxi haben wir dann gefragt, ob der Fahrer das Hotel kennt, bei dem niemand ans Telefon gegangen ist. Naja, man sollte den Fahrern einfach nicht vertrauen wenn sie "ja" sagen. Also ging es los: erst hat er uns nach Osu gefahren, wo er das Frankies Hotel ansteuerte. Wir wollten aber in ein anderes Hotel in der Naehe der italienischen Botschaft. Also weiter in Richtung Flughafen. Hier haben wir das Hotel auch nicht gefunden und der Fahrer konnte sich leider keine 3 Saetze merken, so dass wir alle 5 Minuten nach dem Weg fragen mussten. Nach endlosen 2 Stunden haben wir Franks Guesthouse dann endlich gefunden, doch leider ist es kein Guesthouse mehr, sondern ein heruntergekommenes Wohnhaus mit zwilichtigen Gestalten. Der Fahrer meinte dann, dass er ein guenstiges Hotel in der Naehe von der Accra Mall (also auch Naehe Flughafen) kennt. Dann mal los! Wir fuhren an der Mall vorbei und fuhren und fuhren... und dann waren wir schon fast in Tema, als er an einem Hotel anhielt in dem die Nacht schlappe 70 Cedi fuer ein Doppelzimmer kosten sollte (zum Vergleich: meist suchen wir uns Schlafsaele fuer 10 Cedi die Nacht). Also wieder rein in das Taxi und im Hotel in Adabraka angerufen in dem wir das letzte mal auch waren. Hier gab es zum Glueck nur noch die Suite, die wir uns mit 4 Leuten aber leisten konnten. Nach 4 Stunden Taxifahrt sind wir dann endlich angekommen! Die Nacht war dann auch sehr amuesant, denn Sunna, Justus und ich haben in einem etwas 1,20 m breiten Bett geschlafen, waehrend Lucas die extra Matratze hatte.

05.03.

Erst mal muss ein anderes Hotel her! Also sind wir umgezogen ins Salvation Army. Der Name ist Programm, aber es war sauber und es gab Wasser, Strom und Ventilatoren im Dorm UND es ist mitten in Osu. Hier haben wir dann auch zum ersten mal in einer Waschmaschine unsere Handtuecher gewaschen!! Es ist so schoen, ein nach nichts riechendes Handtuch zu haben. Unglaublich! Nachmittags sind wir durch den Stadtteil gelaufen und sind dann abends zur Mall gefahren, um ins Kino zu gehen. A good day to DIE HARD stand auf dem Programm. Im Kino selbst war es dann unglaublich kalt, da die AC einfach viel zu kalt gestellt war. Nach einer guten Stunde "Yippi ya ye motherfucker" ging es dann zurueck nach Osu und in den Container, wo Lucas letzter Abend in Ghana mit Club und Stone Bier gefeiert wurde.

06.03.

Happy independence celebration! Zum Unabhaengigkeitstag sind wir zum independence square gefahren, wo ganz viele Leute ueber einen Platz marschiert sind und alles, was Rang und Namen hat, zu finden war. Von Mahamas Rede konnte man leider gar nichts verstehen, weil es viel zu laut war um uns herum und die Lautsprecher einfach zu leise eingestellt waren. Viel wichtiger war auch, dass Sunna vom TV interviewt wurde und als typische Ghanaerin (blond und blauaeugig und weiss) ja auch sehr viel dazu sagen konnte, wie sie den Tag so verbringt. Immerhin wurde sie gefragt, ob wir in Deutschland den 3. Oktober auch so feiern, wie die Ghanaer den 6. Maerz. Nach der Parade haben wir auf die Maedels aus Nkawkaw gewartet, die sich auch noch von Lucas verabschieden wollten und sind zurueck zum Hotel gefahren. Von hier aus ging es dann nachmittags zum Flughafen, wo wir einige Stunden in einer Bar verbracht haben, bis es dann wirklich hiess: Abschied nehmen. In den 3 Monaten hat man sich doch sehr gut kennengelernt und so faellt es uns allen nicht unbedingt leicht unseren Jesus alias Lucas ziehen zu lassen. Obruni, bye bye!!

07.03.

Sunna und ich machen uns ueber Aburi auf den Heimweg und Justus fahert weiter nach Kokrobite. Abends treffe ich mich noch mit Claudia und Marcel, denn die fliegen auch morgen schon wieder nach Deutschland zurueck. Jetzt brechen tatsaechlich alle so langsam aber sicher ihre Zelte ab. Die Maedels aus Nkawkaw werde ich auch nicht mehr sehen und Justus fliegt auch in einer Woche schon. Aber: fuer uns alle faengt schliesslich etwas Neues an, wenn wir zurueckkommen!

24Februar
2013

Warum bin ich so muede?

12.02.

Ich muss mich zur Schule quaelen, denn jetzt kommt die ganze Muedigkeit vom Wochenende raus. Dort ueben die Kinder dann morgens ueber eine Stunde lang Marschieren, fuer den anstehenden independence day am 06.03. Ich lehne an der Wand und schlafe tatsaechlich im stehen fuer einen kurzen Moment ein! Der Tag wird deutlich besser, als ich sage, dass ich zum 1.3. mit der Arbeit in der Schule aufhoere und das ohne Probleme akzeptiert wird. Noch besser wird er, als uns gesagt wird, dass morgen frei ist. Warum? Ganz klar, weil Aschermittwoch ist. Das hebt meine Stimmung enorm und wir planen direkt wie wir diesen unverhofften freien Tag verbringen koennen und nehmen uns vor nach Aburi zu fahren. Den Rest des Tages mache ich kaum etwas, ich bin einfach zu k.o.

13.02.

Wie schoen ist es doch, wenn man ausschlafen kann! Naja in meinem Fall heisst das dann, dass ich nicht um kurz vor 6 aufstehe, sondern einfach wach im Bett rumliege. Nach dem Fruehstueck machen wir uns dann auf den Weg nach Aburi zum Holzmarkt. Dort angekommen schlendern wir durch die vielen Shops und ich kaufe maechtig ein. Hier gibt es so viele tolle Sachen, die aber viel zu gross sind, um sie nach Deutschland zu transportieren und daher leider nicht in meinen Besitz uebergehen. Schade, schade. Auf der Rueckfahrt geht es dann ploetzlich wieder los - mein Magen bzw Darm meldet sich. Ja, doch sehr dringlich! Ich laufe das letzte Stueck zum Haus und frage mich, woher das denn nun schon wieder kommt!! Naja, aber zum Glueck ist es einmalig geblieben ;) Dann habe ich abends noch meinen neuen Rock anprobiert und direkt mal zum kuerzen dagelassen und wir drei Maedels haben Gesellschaftsspiele gespielt und uns die Zeit vertrieben.

14.02.

Valentinstag... wird hier ganz gross geschrieben. Lucas bekommt in der Schule von seiner Lehrerin Schokolade geschenkt zur feier des Tages. Nachmittags war mal wieder waschen angesagt und dann ging es spontan zu den Maedels aus Nkawkaw auf den Perlenmarkt (ja, ich habe wieder Geld ausgegeben) und dann in die Stadt zum Rest der Truppe. Abends hab ich dann noch lange mit Isa geskypet und jede Einzelheit meines Lebens hier ausfuehrlich besprochen.

15.02. - 17.02.

Heute bin ich alleine in der Schule, weli Lucas schon auf dem Weg nach Cape Coast ist und so gehe ich dann auch etwas frueher Heim. Nachmittags fahre ich nach Accra, wo ich das Wochenende verbringen werde. Auf dem Programm stehen die Mall, das Art Center und einige andere Dinge. Sonntags geht es dann zurueck und fahre zum ersten Mal ueber Madina. Da frage ich mich, warum uns das niemand frueher gesagt hat! Ich war total schnell zuhause und die Strasse war super. 

18.02.

Schule war ganz normal und zuhause hab ich dann wieder nur geschlafen. Weiss auch nicht was da los ist!!

19.02.

Na toll, ich habe eine Blasenentzuendung! Wo kommt das denn jetzt her? Also bleibe ich zuhause und trinke viel und liege nur im Bett rum.

20.02.

Heute gehe ich wieder die Schule und Nachmittags fahren wir nach Nkawkaw uns von Steffi verabschieden, die jetzt mit den anderen in den Norden reist  und dann zurueck nach Deutschland fliegt. Die anderen bleiben da, aber ich fahre abends nach hause, weil ich zum Arzt will am naechsten Tag.

21.02.

Blasenentzuendung und Blutarmut lautet die Diagnose. Daher bin ich also so verdammt muede die ganze Zeit. Jetzt nehme ich wieder meine Eisentabletten und hoffe mal, dass es schnell besser wird und gegen die Entzundung habe ich halt ein Antibiotikum bekommen. 

22.02.  

Heute ist Lucas letzter Tag in der Schule. Das ist schon irgendwie komisch jetzt wo es wirklich so weit ist. Naja, wir haben dann einige Fotos gemacht und er hat den Schulern noch ein paar kleine Abschiedsgeschenke mitgebracht. Nachmittags liege ich wieder hundemuede im Bett und abends treffen wir uns im big T in der Stadt, um den letzten gemeinsamen Abend in Koforidua zu verbringen. Oh man ploetzlich geht alles vieeel zu schnell!! Ich darf ja leider auch nix trinken wegen dem Antibiotikum, aber trotzdem ist es ein sehr schoener abend.

23.02.

Ich bin zuhause gelieben und nicht mit nach Ho gefahren, weil ich mit meinem schlappen Zustand vermutlich nur laestig waere fuer die anderen. Also habe ich den ganzen Tag ncht wirklich viel gemacht. Bis 17 Uhr... denn da fing ploetzlich eine undefinierte Unruhe an, die sich dann irgendwann zu einer ausgewachsenen Panikattacke formiert hat. Sowas sagt man ja schonmal recht leicht, aber wenn man wirklich eine hat -  man o man! Das gute Lariam wird wohl daran schuld sein und ich hoffe, dass ich das nicht nochmal bekomme. 

24.02.

Heute hab ich mich aufgerafft und gewaschen, obwohl ich ja wegen der Blutarmut immer noch ziemlich k.o. bin. Es war auch noetig... Nach dem Mittagessen ging es dann ins Internetcafe, wo ich auch jetzt noch bin und lange mit der family geskypet habe. Was ich gleich noch mache weiss ich nicht... Aber den Schnee, ueber den sich zuhause alle so aufregen, haette ich doch wirklich gerne mal gesehen!! 

19Februar
2013

Kokrobite vs. Ballermann

02.02.

Da Lucas und Justus krank sind ist Ho und die Bergbesteigung ueber Bord geworfen worden und Sunna und ich entscheiden uns spontan nach Winneba zu fahren und den Strand zu geniessen. Nach einigen Startschwierigkeiten (mein Trotro wurde und wurde einfach nicht voll...) kamen wir dann gegen Mittag in Winneba an und hier habe ich dann einen wahren Traumstrand gesehen: kaum ein Mensch, Palmen, unendlich viel Sand und eine viel zu starke Meeresstroemung. Irgendwann gegen Nachmittag brechen wir auf zum Hotel um uns das Fussballspiel anzugucken. Am Strand erzaehlt uns ein nach Kanada ausgewanderter Ghanaer, dass er hier ein Hotel eroeffnet und wir doch am Ostermontag vorbeikommen sollen - schade, dass ich da schon wieder zuhause bin. Zum Abendessen hatte ich nun auch noch ein Huehnerfilet!! Ein STUECK Fleisch... wunderbar! 

03.02.

Nach dem Fruehstueck geht es wieder zum Strand, wo wir bis Mittags die Seele baumeln lassen und uns dann schweren Herzens auf den Rueckweg machen mussen. 

04.02.

Justus hat einen Neuen! Da bin ich ja schonmal sehr gespannt wie der so ist. Schule war ganz normal heute und nachmittags bin ich mit Lucas und Co in die Stadt gefahren wo ich Erdnussbutter und Nagellack gekauft habe. Irgendwie klingt diese Kombination wenn ich es so schreibe doch sehr merkwuerdig - naja. Ausserdem nimmt das naechste Wochenende langsam gestalt an, denn wir planan den Trip zum Waisenhaus African Angel und Kokrobite No 2. Ach ich kann es jetzt schon kaum erwarten wieder zur Party zu gehen.

05.02.

Mir ging es nicht gut von der Erdnussbutter, die ich mir gekauft hatte und ich bin frueher aus der Schule gegangen. Den Tag habe ich dann gechillt im Bett verbracht.

06.02.

Nach der Schule war mal wieder waschen angesagt. Anschliessend ging es in die Stadt, wo ich mich mit Sunna getroffen habe und mal wieder beim Taschenmann vorbeigeschaut. Abends ging es dann zum gemeinsamen Fussballgucken ins Chris Cafe, wo ich dann auch Emil kennengelernt habe. Leider hat Ghana (durch eigene Schuld; die waren sooo schlecht!!) verloren und ist damit raus. Abends geht es dann total muede und k.o. ins Bett.

07.02.

Ich habe nur noch das Wochenende im Kopf! Also gehe ich einfach was frueher aus der Schule und kaufe in der Stadt noch Stoff um mir einen Rock schneidern zu lassen. Der restliche Tag wird irgendwie mit Packen verbracht.

08.02.

Heute geht es also los nach Accra. Ich bin um 6 Uhr aufgestanden und mit Lucas, Claudia und Marcel nach Accra gefahren, wo wir von Philipp, einem Mitarbeiter von African Angel an der Mall abgeholt werden: mit dem Schulbus der Kinder. Von da aus geht es nach Bukum, in den Slum aus dem die Kinder geholt werden. Als wir dort ankommen wissen wir nicht genau was uns erwartet und es ist einfach uebrewaeltigend. Einige Muetter laufen mit ihren Kindern auf uns zu und wollen, dass wir sie mitnehmen. Ich soll von ganz vielen Kindern Fotos machen und auch die Erwachsenen wollen, dass man sie fotografiert. Als wir etwas weiter in den Slum hineingehen fangen ein paar Maenner ploetzlich laut an zu reden und diskutieren und Philipp sagt uns, dass wir besser umkehren und weiter fahren. Also geht es zum Einkauf. Hier wird das Spendengeld, das Lucas gesammelt hat jetzt in Nahrungsmittel fuer die Kinder investiert. Ein Montaseinkauf kann finanziert werden und der Bus wird mit Reissaecken, riesigen Tomatenmarkdosen und weiteren Lebensmitteln beladen. Jetzt geht es endlich zum Waisenhaus. Wir koennen uns das noch nicht fertiggestellte Gebaeude angucken und warten darauf, dass die Kinder aus der Schule kommen, um Fotos von Lucas, den Kindern und dem ganzen Essen zu machen. Danach geht es dann wieder nach Accra rein, zu unserem Hotel wo wir uns mit Sunna, Justus und Emil treffen. Abends besuchen wir noch einen Spot und dann wird geschlafen.

09.02.

Nach dem Fruehstueck geht es zum Art Center, wo ich viel zu viel Geld fuer Kram ausgebe... schnell weiter nach Kokrobite, wo wir uns mit den Maedels aus Nkawkaw treffen! Hier decke ich mich erst mal mit Tuetenschnaps ein (20x 0.05 ml fuer sagenhafte 2 Euro) den ich in unserem Kuehlschrank im Hotelzimmer deponiere. Ja, wir haben einen Kuehlschrank, denn: der Schlafsaal war leider ausgebucht und wir mussten die Suite mit Klimaanlage nehmen. So ein Pech aber auch. Und hier gab es sogar warmes Duschwasser!! Nachdem wir den Schnaps nachmittags am Strand geleert haben und den Sangria abends geht es auf zur Party!! Tanzen, feiern, trinken - mein Karneval in Ghana. Ich bin dann irgendwann zum Strand gegangen um ein Eggsandwich zu essen. Als ich mich dann mit einem Ghanaer dort ziemlich lang unterhalte und irgendwann zurueck komme, sind die anderen total aufgebracht und ausser sich, weil sie mich gesucht haben. Emil, der mich vor einer Stunde noch gesehen hatte, hielt es wohl nicht fuer noetig den anderen bescheid zu sagen und ihre Panik damit zu bremsen. Na gut, nach 3 Whisky waren dann alle wieder beruhigt und wir sind ins Meer baden gegangen. Das war ein Spass!

10.02.

Fruehstueck, Strand, Bier! Bin ich in Ghana oder auf Malle?! Aber es tut gut einfach mal auszuspannen. Abends wird dann das Finale geguckt und das Wochenende mit einem Trinkspiel beendet.

11.02.

Eigentlich wollten wir heute auf dem Rueckweg ueber Aburi fahren, was wir aber aus Zeitgruenden verschieben und so geht es auf direktem Weg zurueck nach Koforidua. Ich bin total k.o. und liege nur noch im Bett und schlafe. So ein Partywochenende ist doch verdammt anstrengend!!

01Februar
2013

Halbzeit!!

21.01.

Uff, bin ich muede morgens!! Sarah und Christiane sind von ihrem ersten Ghana Magenproblem betroffen und bleiben zuhause waehrend ich mich zur Schule quaele. Nach etwa einer Stunde mache ich mich dann auch wieder auf den Heimweg, weil es mir gar nicht gut geht. Der Kopf tut weh und ich habe auch etwas Fieber. Damit war der Rest der Woche auch geplant: Bett! 

Daher mache ich mal ab Freitag weiter:

25.01.

Heute war ich wieder in der Schule und Lisa hatte wiedermal ein Fussballspiel organisiert. Bis 10 Uhr wurde also unterricht gemacht und anschliessend den verschiedenen Klassen beim Fussball zugeguckt. Nachmittags bin ich dann nach Nkawkaw zu Steffi und Annina gefahren wo ich dann Sophie kennengelernt habe und mit den Maedels abens noch auf ein Bier im Spot war.

In der Nacht habe ich leider kaum geschlafen, da Steffi ohne Ventilator und mit geschlossenem Fenster schlaeft... naja und ich habe normalerweise alle Fenster weit geoeffnet und den Ventilator auf volle Power stehen. Cool ist, dass Steffis Gastfamilie ein Hotel betreibt und sie demnach in einem Hotelzimmer schlaeft. (;

26.01.

Auf nach Kumasi! Morgens - mit leichter Verspaetung von 30 min - machen wir uns auf den Weg nach Kumasi. Ich moechte mir das Cultural Center, den Central Markt und den europaeischen Supermarkt angucken, in dem es Vollkornbrot geben soll!! Das waere einfach zu schoen...! Wir sind sehr gut durchgekommen und waren nach knapp 2 Stunden in Kumasi. Dort wollten Annina, Steffi und Sophie sich ein Hotel suchen um am naechsten Tag zum Lake Bosumtwi zu fahren. Leider kannte kein Taxifahrer das auserkorene Guesthouse. Schliesslich meinte dann doch einer das Tasco Guesthouse zu kennen und so sind wir ins Taxi gestiegen - fataler Fehler, denn: der voellig orientierungslose Taxifahrer hat uns mehr als eine Stunde lang durch Kumasi kutschiert und dabei auch die Aussenbezirke mitgenommen. Irgendwann war uns das Spiel dann zu bunt und wir sind ausgestiegen. Ein freundlicher Passant hat uns dann zum Guesthouse gebracht, das leider ausgebucht war. Also auf zu einem anderen Hotel, welches den Maedels dann aber zu teuer war. Mittlerweile hatten wir 12 Uhr und irgendwie keine rechte Lust mehr auf irgendwas. Diejenigen die ueber Nacht bleiben wollten haben dann einfach mal am Lake angerufen und dort ein Hotel gefunden, zu dem sie dann spaeter noch fahren wollten. Also konnte es losgehen! Zuerst wurde der Supermarkt angesteuert, der ganz in der Naehe liegen sollte. Doch wie es in Kumasi nunmal an der Tagesordnung ist, kannte malwieder niemand besagten Supermarkt. Gefrustet haben wir die Suche aufgegeben und sind zum Cultural Center gefahren. Haette man uns vorher gesagt, dass die meisten Shops hier samstags geschlossen haben, haetten wir uns diese Fahr auch sparen koennen. Nach einigem Hin und Her sind wir dann ins naechste Taxi zum Central Market gestiegen. Ein Fahrer + 6 weisse Maedels... wir wurden natuerlich angehalten. Der Faherer musste ein saftiges Bestechungsgeld zahlen, und weiter gings. Der Markt hier ist wirklich riesig und einfach das pure Leben! Hier sind wir dann ziellos 1.5 Stunden drueber gelaufen, ohne zu wissen was wo ist und ohne irgendetwas konkretes zu suchen. Es war wirklich ein tolles Erlebnis. Anschliessend haben wir recht lange gebraucht um einen Ausgang zu finden und dann bin ich direkt zur Carstation und habe mich in ein Trotro nach Koforidua gesetzt, wo ich dann abends um halb 9 angekommen bin. Was ein Tag!

27.01.

Uah, ich habe ein Omlette zum Fruehstueck bekommen!! Der Tag fing also schon super an!! Um halb 9 sind wir dann los zur Station und auf nach Akosombo. Dort angekommen haben wir eine Bootstour zum Staudamm gemacht und sind ueber den Voltariver geschippert. Eine sehr entspannte 1 stuendige Tour mit unserem eingen Boot. Die Landschaft war einfach wunderbar und ich haette den ganzen Tag auf dem Boot verbringen koennen. Zurueck in Koforidua haben wir im Chris Cafe noch etwas gegessen und sind dann alle nach Hause gefahren.

28.01.

Schule und danach ab in die Stadt ins Havilah! Hier hab ich mich mit Sunna getroffen und ein leckeres Alvaro getrunken. Danach ging es dann wieder ins Chris Cafe zum Fussball gucken. Ghana vs. Niger! Ein sehr amuesanter Nachmittag, mit Bier, Popcorn, Ananas, Fruehlingsrollen und Eis. Und wir wundern uns, dass unsere Maegen das ghanaische Essen nicht vertragen...

29.01.

Wahnsinn! Halbzeit... jetzt sind schon 2 Monate um und ich habe einen super vollen Terminkalender bis zu meiner Abreise. Wie kann es sein, dass jetzt schon alles verplant ist?! Das muss ich aendern... in Deutschland kann man ja 2 Monate im Voraus planen, aber in Ghana widerstrebt das jeglicher Ordnung!

In der Schule gab es nix besonderes und nachmittags habe ich dann tatsaechlich einmal gar nix gemacht. Abens war ich noch kurz bei Lucas und wir sind zu Gloria rueber gegangen. Seine Nachbarin, die in Deutschland wohnt. Dort habe ich mir dann ganz viele ghanaische Rezepte aufgeschrieben und mir sagen lassen wo ich in Deutschland die ganzen Zutaten kaufen kann. Jetzt ist klar, dass ich auch zuhause mal das ein oder andere ghanaische Gericht auftischen werde. Hoffentlich schmeckt das dann auch genauso gut wie das, was ich hier immer bekomme!

30.01.

Hm ich weiss irgendwie gar nicht mehr was ich heute gemacht habe. Ah doch ich war nachmittags in der Stadt und abends bei Lucas Fussball gucken, wo wir uns mit einem Bier ins Wohnzimmer gesetzt haben, weil er sturmfrei hatte. Trotzdem mussten wir das Bier verstecken, weil die Enkelkinder von Grandma ploetzlich ins Haus gelaufen sind. Was ein Spass...

31.01.

In der Schule gab es eine kleine Verabschiedung im Office, weil Lisa heute Abend nach Hause fliegt. Die Schulleiterin hat ihr ein paar Geschenke ueberreicht und eine Urkunde. Auch die anderen Lehrer haben sich verabschiedet und Lisa hat an die Klassen Fussbaelle verteilt, die ihr Verein in Deutschland gespendet hat. Die Kinder haben sich riesig gefreut und sind tobend von den Baenken aufgesprungen. Nachmittags habe ich dann mal wieder gewaschen und versucht meine weissen Klamotten zu bleichen. Hier wird nichts damit geworben, dass kein Chlor in den Produkten ist, hier steht dick CHLOR drauf. Naja, gewirkt hat es leider nur bedingt und jetzt kann ich wenigstens sagen ich haette alles versucht die Shirts wieder weiss zu bekommen.

01.02.

Heute habe ich in der Schule Mathe unterrichetet. Das war vielleicht ein Spektakel kann ich euch sagen. Die Kinder waren total laut und unkonzentriert und wenn man nachgefragt hat, ob sie das denn nun verstanden haben kam ein kollektives: yes, madam!! Als sie dann ein paar Aufgaben loesen sollten, kam einer nach dem anderen nach vorne gelaufen um mir mitzuteilen, dass sie doch nicht verstanden haben wie es funktioniert. Nach einer Stunde ging es dann soweit und ich konnte die bearbeiteten Aufgaben korrigieren. Nach der Schule bin ich nochmal kurz zu Gloria gegangen und habe mich verabschiedet, da sie morgen zurueck nach Deutschland fliegt. Und unsere super Wochenendplanung hat sich dann eben auch in Rauch aufgeloest: Lucas hat wieder Magenprobleme und Justus ist auch irgendwie krank. Also haben Sunna und ich beschlossen morgen zum Strand zu fahren und die Seele baumeln zu lassen anstatt auf einen Berg zu klettern und eine Tour durch den Nationalpark in Ho zu machen. In der Stadt habe ich dann voll zugeschlagen und Stoff und Stoff und Stoff ... gekauft und 2 paar Schuhe. Bei 4 Euro pro Paar kann man schliesslich nicht nein sagen. Spaeter kommen Annina, Steffi und Sophie noch nach Koforidua und ich hole sie von der Station ab. 

30Januar
2013

Reggaeparty am Traumstrand

14.01.

In der Schule war es recht langweilig und meine Lehrerin ist mal wieder auf dem Pult eingeschlafen. Nach der Schule war ich dann mit Lucas, Claudia und Marcel in der Stadt und wir sind zum Ministry um unsere Visa verlaengern zu lassen. Anschliessend ging es natuerlich zum Taschenschneider und dann nach hause denn: Heute sollen meine beiden neuen Mitbewohner kommen!! Naja, leider kamen sie dann doch noch nicht und so bin ich dann irgendwann ins Bett. In der Nacht hat dann auch die linke Seite von meinen Rastas ganz schoen angefangen zu jucken und auch hier hat sich ein unschoener Auschlag breitgemacht. Da habe ich mir kurzerhand nachts die Schere geschnappt und angefangen die Dinger abzuschneiden und raus zu flechten...

15.01.

Irgendwann ganz frueh habe ich weitergemacht mit meinen Haaren. Langsam wurde mir klar, dass die Sache laenger dauert als geplant und ich habe bescheid gesagt, dass ich heute nicht zur Schule kommen werde, weil ich meine Haare aufmachen muss. Nach der stundenlangen Prozedur wollte ich dann eigentlich noch nur Schule, aber da hatte ich eine SMS von Sunna, die mit Malaria im Krankenhaus liegt. Sie hat gefragt, ob ich nach Suhum fahren kann und ihr ein paar Sachen ins Krankenhaus bringen kann. Das habe ich natuerlich direkt gemacht und bin los nach Suhum. Dort angekommen, war Sunnas Gastmama aber nach Koforidua zu Sunna ins Krankenhaus gefahren, so dass ich nicht ins Haus kam. Also bin ich unverrichteter Dinge zurueck nach Koforidua und habe Sunna ein paar von meinen Sachen eingepackt, Ananas, Kekse, Cola und Wasser gekauft und ihr alles ins Krankenhaus gebracht. Und als ich dann gerade wieder zuhause war kamen auch meine zwei neuen Mitbewohnerinnen an: Christiane und Sarah. 

16.01.

In der Schule ist Becki (meine Lehrerin) in der Pause ins Krankenhaus gefahren weil sie Kopfschmerzen hatte. Ich habe dann eine Aufgabe an die Tafel geschrieben und ein bisschen korrigiert. Nachmittags war ich dann skypen und habe auf dem Rueckweg vom Internetcafe mit ein paar netten Ghanaern, die mich auf der Strasse angelabert haben, Kenkey gegessen.

17.01.

Heute hatte ich sogar viel zu tun in der Schule! Einen rieseigen Stapel Hefte habe ich korrigiert und dann gab es zum Mittagessen auch noch Riceballs mit Groundnutsauce! Das ist ja sooo lecker! Ach ja, und ich muss jetzt laengere Hosen in der Schule anziehen, weil sich anscheinend jemand aus der junior high beschwert hat... na gut. Damit ist meiner Kleiderwahl auf genau 1 Hose geschrupft, aber was sollst. 

18.01. 

In der Schule war es langweilig und wir sind einfach was frueher gegangen. Dann ging es flott zur Trotro Station, denn wir wollen nach Kokrobite zum Strand! Leider kamen wir eine Stunde spaeter los als geplant, weil Sarah und Christiane die Station nicht gefunden haben. Nach einer elend langen Fahrt kamen wir dann im Big Millys an und haben es uns gut gehen lassen: Bier und Gin!

19.01.

Reggaeparty! Aber eins nach dem anderen... nach einem super leckeren Fruehstueck haben wir einen entspannten Tag am Traumstrand verbracht und uns mit Kleidern und Hosen eingedeckt. Abens ging es dann los mit einer super Party bei uns im Hotel. Viele Leute, viele die einen anquatschen, abschleppen oder gleich heiraten wollen, aber auch viele coole Leute die freundlich sind und einfach interessiert. Der Abend war super und hat riesigen Spass gemacht!

20.01.

Sarah hat gestern abend 4 Bier getrunken (0,6 sind die hier) naja und sich natuerlich uebergeben. Ihr ging es dann den ganzen Tag schlecht, was die Trotrofahrt natuerlich recht amuesant gemacht hat. Vormittags haben wir noch am Strand gelegen und sind dan n gegen Nachmittag aufgebrochen. So ein Partywochenende macht doch sehr muede muss ich sagen und ich bin total k.o. ins Bett gefallen als wir zurueck waren. Aber: da moechte ich nochmal hin!!

30Januar
2013

Goal!!!

08.01.

Die Schule faengt wieder an!! Oder doch nicht?! Etwa 50% der Kinder waren jedenfalls noch nicht in der Schule und so konnten wir dann auch etwas frueher gehen, da die Lehrer auch nicht gerade motiviert waren und so mancher auf seinem Pult eingenickt ist. Nachmittags bin ich dann mit Lucas und Grandma zum Schneider gegangen und wir haben ein paar Sachen in Auftrag gegeben. Auf dem Rueckweg haben wir uns dann noch mit der Nachbarin von Grandma unterhalten. Die hat einen deutschen Mann und wohnt seit ueber 20 Jahren in Deutschland. Es war lustig sich mit ihr auf Deutsch zu unterhalten, weil wir gar nicht erwartet hatten, dass sie Deutsch spricht. Und waehrend wir so da draussen auf der Strasse standen kam ploetzlich Richard mit 2 neuen Weissen die Strasse entlang! Claudia und Marcel sind 2 Monate hier und wohnen auch bei Grandma. Den ersten Monat reisen sie nur und den zweiten arbeiten sie dann auch. Wir haben uns dann auf der lange draussen unterhalten bevor ich nach hause gegangen bin.

09.01.

Tja, es scheint als rolle die Sache mit dem Unterricht hier eben in ghanaischem Tempo an. Es waren immer noch kaum Schueler da und so sind wir dann einfach wieder frueher gegangen und mit den Neuen in die Stadt gefahren. Die beim Taschenschneider bestellte Reisetasche ist fertig und total schoen! Dann hab ich noch schnell ein paar Postkarten abgeschickt und war noch kurz auf dem Mark. Mal sehen wann die Postkarten ankommen.

10.01.

Heute war ich bis 10 Uhr in der Schule. Meine Lehrerin hatte irgendetwas zuhause vergessen und ist einfach mal um 9 Uhr rum wieder weggefahren. Damit stand ich dann ohne Aufgabe und Anweisung alleine in der Klasse. So gut es ging habe ich dann versucht den Kindern mit ihren Matheaufgaben zu helfen und musste dabei feststellen, dass kaum eins der Kinder in der 5. Klasse das kleine 1x1 kann. Dann ist es klar, dass jede weitere Rechnung zur Tortur wird...

Um 10 sind Lucas und ich dann zum Perlenmarkt gegangen. Da gibt es so viele schoene Sachen, aber ich wusste einfach  nicht was mir so gut gefaellt, dass ich es kaufen will. Es gibt einfach zu viel Auswahl und zu viele Ketten usw. die sich sehr aehnlich sehen. Nach dem Mittagessen sind wir dann nochmal dahin. Diesmal mit einer ganzen Truppe und danach ging es dann ins Havilah, wo das Wochenende geplant wurde.

11.01.

In der Schule war normaler Unterricht. Als ich nach Hause komme sagt mir mein Gastvater, dass Richard da war, und dass wir 2 neue Volunteere in die Familie bekommen!! Ich muss aus meinem grossen Zimmer in ein etwas kleineres umziehen, weil die zwei in mein Zimmer kommen. Ich bin schon total aufgeregt und mir gehen 1000 Gedanken durch den Kopf! Wie alt sind die? Sind es Maedchen oder Jungs? Was genau machen die, wo kommen die her, wie lange bleiben die.... Ist das spannend!!

12.01.

Heute geht es in die Shai Hills! Nach einem leckeren Oats Fruehstueck sind wir aufgebrochen und der Tag fing schon super an, denn ich habe diese komischen Nuesse gefunden von denen mir mein Gastpapa erzaehlt hat: Tigernuts. Die waren dann auch recht lecker muss ich sagen. Im Park haben wir dann direkt einen Guide bekommen, der praktischerweise gleichzeitig Taxifahrer ist und so haben wir uns einen Platz im Taxi gespart. Nachdem der Guide sein Taxi kurzgeschlossen hatte ging es dann los. An einem Berg sind wir ausgestiegen und ueber Felsen, Wurzeln, Steine und Huegel in eine Hoehle geklettert. Dort angekommen war es ziemlich laut: Die Fledermaeuse waren ganz schoen gross und wirklich sehr laut. In der Hoehle mussten wir uns dann durch einen engen Felsspalt zwaengen, der, wie wir bald bemerkten, ueber und ueber voll mit Fledermauskacke war! Mein weisses Top sah danach gar nicht mal mehr sooo weiss aus und der Geruch war doch auch recht streng. Dann ging es weiter, durch den Spalt zurueck und ueber eine Leiter nach oben. Das waere jetzt auch nichts fuer jeden gewesen, denn wir haben uns an Wurzeln und Lianen festgehalten und sind ueber Felsbrocken immer hoeher auf den Berg geklettert. Oben angekommen war die Aussicht atemberaubend!! Man konnte unglaublich weit ueber die Savanne gucken und hatte einen tollen Blick auf entfernte Berge. Runter ging es dann auch ganz gut und dann sind wir weitergefahren zu einem zweiten Berg. Hier waren Seile an den Felsen festgemacht, mit deren Hilfe man bergsteigermaessig da rauf klettern konnte. Das haben wir natuerlich gemacht und hatten wieder einen super Ausblick. Der Felsen auf dem wir waren erinnerte doch stark an Koenig der Loewen und auch die ganze Savannenlandschaft liess uns nur noch an diesen Film denken. Traumhaft. Danach ging es dann zurueck nach Koforidua und ich musste mein Zimmer raeumen. Das einzig doofe ist, dass ich jetzt keinen Kleiderschrank mehr habe... aber naja.

13.01.

Heute bin ich frueh aufgestanden und mit Lisa zur Kirche gegangen. Am Anfang vom Term ist fuer alle Schueler Messe und da wollten wir hin. Eigentlich sollten um 8 Uhr alle da sein und die Messe um 8.30 Uhr anfangen, doch irgendwie fing sie dann erst um 9 Uhr an und die meisten Lehrer kamen erst so gegen halb 10. Weil wir ja noch was anderes vorhatten musste wir die Messe dann leider vor der Wandlung verlassen und sind nach Hause gesprintet um uns umzuziehen, denn: Fussball ist angesagt!! An der Trotro Station haben wir dann auch direkt den P6 Teacher und Kofi getroffen, die mitgefahren sind und los gings. Fuer 7 Cedi also 2,50 Euro hatten wir super Plaetze direkt an der Mittellinie und konnten uns die Reihe sogar aussuchen und das beste war, dass das Spiel tatsaechlich doch im Accra Stadion stattgefunden hat und nicht in dem kleinen Liberty Stadion. Das Spiel war dann eher Bezirksliganiveau, aber es hat trotzdem Spass gemacht!! Die Ghanaer schreien einfach immer wenn der Ball gerade ueber die Mittellinie ist schon GOAL!!! ... Es koennte ja schliesslich eins werden. Die Rueckfahrt war dann ein Erlebnis fuer sich: Unser Fahrer hatte es recht eilig und ist gerast wie ein Irrer, was zur Folge hatte, dass uns erst ein Reifen geplatzt ist und dann der Auspuff halbwegs abgefallen ist. Naja, das wurde dann alles flott repariert und wir waren trotzdem noch in Rekordzeit zurueck in Koforidua.

07Januar
2013

Sumsum, Mammut, Jack und Caroellchen in Cape Coast

31.12.

Hui es ist Silvester!! Nur was stellt man an, wenn die Gastmama nicht zur Kirche gehen will, in der eine riesige Party stattfinden soll und nur Lucas, der ja leider krank ist, in Koforidua ist... Nunja, erst mal lange schlafen und dann den Tag irgendwie verbringen. Gegen Abend entscheiden Lucas und ich uns dann doch dafuer ein bisschen Silvester zu feiern, Krankheit hin oder her! Also gehe ich um 22 Uhr rueber und rufe ihn an, dass ich jetzt da bin und er mir das Tor aufmachen soll, nur leider konnte er das Haus nicht verlassen, da seine Gastmama -Grandma- ihn einfach mal im Haus eingeschlossen hatte! Nunja, es sollte also nicht sein und so wurde dann auch die Silvester-Coke gestrichen und ich bin zurueck zu mir nach Hause. Um 00.00 Uhr habe ich dann einen lustigen Neujahrsanruf von zu Hause erhalten, der mich tatsaechlich geweckt hat. So habe ich Silvester lange nicht "gefeiert".

01.01.2013

Wenigstens starte ich gesuender ins neue Jahr, als ich das alte verlassen habe. Es kann nur gut werden!! (=

Zu Mittag gibt es (um zehn Uhr morgens...) gegrillten Fisch mit Banku. Der Fisch ist sehr lecker, aber das Banku ist gar nicht mein Fall. Das ist ein gesauerter Maisklos ohne alles und auch noch kalt. Nach meinem Seniorenmittagessen bin ich dann zu Lucas rueber gegangen und habe Kekse mitgebracht. Dann haben wir mit unserer Coke doch noch auf das neue Jahr angestossen und uns den Bauch mit Milchkeksen vollgeschlagen. Irgendwann am spaeten Nachmittag bin ich dann wieder nach Hause gegangen und habe noch meine Tasche gepackt, denn am naechsten Tag wollte ich ja wieder zu den anderen, um wenigstens noch den Kakum Nationalpark mitmachen zu koennen.

02.01.

Mir geht es immer noch gut, das Fieber ist nicht wiedergekommen und dem Magen geht es von Tag zu Tag besser, also auf nach Cape Coast! An der Trotro Station sah es ja noch recht gut aus: bis auf 2 Plaetze waren schon alle voll. Leider hat es dann laenger als eine Stunde gedauert bis die letzten beiden Plaetze (mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern!) endlich besetzt waren. Aber wir haben an diesem Tag eh nicht wirklich was geplant. Gegen 16 Uhr war ich dann endlich am Baobab wo Sunna (Sumsum), Annina (Mammut) und Justus (Jack) auf mich gewartet haben und habe mir erst mal zwei schoene Schoko-Ananas-Pancakes genehmigt. Mh....! Der nette Taxifaherer, der mich dahin gebracht hat, hat direkt angeboten uns am naechsten Tag am Hotel abzuholen und zum Kakum zu fahren, dort auf uns zu warten und uns zurueck zu bringen. Das haben wir dann auch gleich fix gemacht. Nach einem Streifzug durch die Strassen sind wir abends im Castle Restaurant essen gegangen und haben unglaublich lange auf unser Essen gewartet. Ich hatte nur Pommes und habe als letzte was zu essen bekommen! 

03.01.

Nach dem Fruehstueck wurden wir also abgeholt und es ging zum Canopy Walkway. Im Park selbst war alles recht touristisch und unsere Gruppe bestand zu grossen Teilen aus deutschen Rentnern. Es war auch eine asiatische Familie mit einem Baby dabei, was die ganze Zeit geschrien, und damit jede Chance auf irgendein Tier ruiniert hat. Nach 30 Minuten kamen wir an den Haengebruecken an und es ging los. Insgesamt ueber 7 Bruecken die max. 40 Meter ueber dem Urwald haengen. Das war vielleicht eine wackelige Angelegenheit! Wir haben aber lustige Fotos gemacht und hatten ziemlich Spass. Weniger Spass hatte ein etwas aelterer deutscher Tourist, der sich darueber beschwert hat, dass zu viele Leute gleichzeitig ueber die Bruecken laufen wuerden, die laut Reisefuehrer nur einzeln betreten werden duerfen. Nun gut, 12-20 Leute auf so einer Bruecke, war vielleicht nicht wenig, aber sie haben am Ende doch alle tragen koennen. Jedenfalls kam da die typisch deutsche Art raus, mit der unser ghanaischer Guide ja mal so gar nix anfangen konnte. Wir fanden es auch recht uebertrieben... Am Ausgang gab es dann tatsaechlich Kaese- und Schokocroissants!! Da konnten wir natuerlich nicht dran vorbeigehen. Die waren aber auch lecker. 

Auf dem Rueckweg haben wir dann im Hans Cottage Botel gehalten, um Mittag zu essen. Ohne irgendeine Vorstellung davon, was es da so gibt, ausser einem Krokodilteich kamen wir also dort an und haben unser Essen bestellt. Ploetzlich kam eine Frau zu uns an den Tisch und fragte, ob wir uns die Krokodile angucken wollen, weil gerade welche aus dem Wasser gekommen sind. Da sind wir dann direkt mitgegangen und konnten sogar in das Gehege rein. Ja, und dann hat sie gefragt, ob wir nicht Lust haben die Korkodile anzufassen. Also ist einer nach dem anderen hinter und ueber das Krokodil geklettert (natuerlich das mit dem offenen Maul) und hat es angepackt. Die Haut ist viel weicher als ich dachte und ganz schoen aufregend war es auch. Nach dem Adrenalinkick mussten wir uns erst mal beruhigen und sind nach dem Mittagessen zurueck nach Cape Coast. Ich habe mir noch Stoff gekauft und ein Kleid in auftrag gegeben und dann gings nach dem Abendessen (Reis mit Groundnutsauce - seeeeehr lecker) zurueck ins Hotel.

04.01.

Wiedermal ein super Pancake-Fruehstueck im Baobab, da man ja nicht weiss wann man sowas nochmal bekommt. Anschliessend sind wir kurz zum Markt gegangen, um uns mit Brot, Tomatenmark und Avocado fuers Mittagessen einzudecken, und dann ging es zum Strand. Ich fand ihn gar nicht so schlimm, wie alle immer sagen. Gut, es lag ein bisschen Muell im Wasser, aber sonst war es echt schoen. Ach und da liefen so einige Schweineherden einfach mal am Strand rum. Abends haben wir dann im Oasis gegessen, wo eine Trommelband gespielt hat und eine Tanzgruppe dazu stundenlange ueber die Buehne gehuepft ist. Die hatten vielleicht eine Ausdauer. Meine Yam Balls sind leider boiled und daher kam mein Essen dann zusammen mit der Rechnung. Den Abend haben wir dann an der Theke ausklingen lassen und Mirco, der Barmann, hat uns dann irgendwann mitten in der Nacht zum Hotel gefahren, weil die meinten, dass die Ghanaer um Weihnachten komisch drauf waeren und in letzter Zeit ganz schoen viele Weisse da ausgeraubt wurden.

05.01.

Nach dem Fruehstueck, nein dieses Mal gab es boiled Oats und keinen Pancake, haben wir drei Maedels uns auf die Suche nach einem Frisoersalon gemacht. Nachdem wir blondes Kunsthaar und einen nicht zu teueren Salon gefunden hatten ging es also los! Rastas! Die Vorfreude ist allerdings sehr schnell verflogen, denn das Einflechten stellte sich als reine Tortur dar. Die Haare werden ohne Ruecksicht auf Verluste von der Kopfhaut weggezogen und dann wird, nicht gerade zaertlich, eine Straehne Kunsthaar darum gewickelt und es geht los mit der Flechterei. Sunna und Annina waren zischendurch kreidebleich im Gesicht, weil sie solche Schmerzen hatten. Nach 5 Stunden war ich dann die glueckliche Erste, die fertig war. Die Haare noch schnell in kochendes Wasser getunkt und schon sieht man einfach mal ganz anders aus. War doch alles halb so schlimm! Abends sind wir dann wieder ins Oasis und haben uns den ein oder anderen Schabau am Lagerfeuer genehmigt. Zwei nette Ghanaer haben uns dann zum Hotel escortiert, weil es ja wohl echt nicht so ungefaehrlich ist fuer uns Obrunis. Obwohl ich ziemlich muede war konnte ich kaum schlafen, denn die Rastas tuen ganz schoen weh, wenn man sich drauf legt. Irgendwie habe ich die Nacht dann doch hinter mich gebracht.

06.01.

Drei Koenige ziehen Jahr fuer Jahr...

Morgens, natuerlich nach einem Pancake-Fruehstueck, haben Sunna, Annina und ich uns dann auf den Heimweg gemacht. Justus ging es leider nicht so gut, denn der hatte so sehr Durchfall, dass er noch einen Tag laenger in Cape Coast bleiben wollte und sich nicht getraut hat Trotro zu fahren. Wir kamen dann ganz gut voran und ich war gegen 16 Uhr wieder zu Hause.

07.01.

Heute bin ich frueh aufgestanden und mit Ben (dem Boy) zum Schneider gegangen. Der war mir dann aber irgendwie sehr unsympatisch und meinte es sei zu wenig Stoff fuer ein Top und ich solle doch mehr kaufen. Als ich das meinem Gastpapa erzaehlt habe meinte der, ich soll mir den Stoff zurueckholen und ein paar andere Schneider fragen wie viel Stoff man denn braucht, dann habe ich Gewissheit was stimmt und was nicht. Gesagt getan, nach dem Essen bin ich also beim Schneider vorbei, hab den Stoff geholt und dann in die Stadt gefahren. Hier habe ich mich mit Sunna und Lucas getroffen und wir waren im Havilah, haben was getrunken und sind ueber den Markt gelaufen. Gleich geht es noch zum Taschenschneider, denn ich habe mir auch Stoff fuer eine Tasche gekauft. 

Ja und morgen faengt dann auch die Schule schon wieder an. Mal sehen was da so normalerweise abgeht.

30Dezember
2012

Gespenster, Pumbas, Paviane und ein schlechter Cheeseburger

16.12. Die grosse Reise!

Um 6 Uhr frueh haben wir uns an der Trotro Station in Koforidua getroffen und sind nach Kumasi gefahren. Dort haben wir Carolin getroffen, die von da an mitgereist ist. Mit einem Yutong Bus ging es dann weiter nach Tamale, wo wir zu abend gegessen haben und anschliessend die Aussicht ueber die Stadt von einem Dachterassen-Spot genossen haben. Danach ging es dann auch schon ins Hotel, denn die lange Fahrt hat ganz schoen muede gemacht.

17.12.

Nachdem unser netter Guide Kofi und geholfen hat Tickets fuer den MMT Bus zum Mole Park zu kaufen, waren wir dann fruehstuecken. Bread and egg an der Strasse und dazu ein schoener Becher Milo (Kakao). Hier gibt es viel mehr Muslime, und die sehen aus wie Gespenster mit ihren Tischdecken ueber den Koepfen. Anschliessend ging es zum Art Center: viele kleine Laeden auf einem Platz wo man alles moegliche kaufen konnte. Masken, Kleidung, Decken, Trommeln, Schmuck, Handtaschen... einfach alles! Dann noch schnell was zu essen gekauft fuer den Tag und ab zur MMT Station - schliesslich sollte der Bus um 13.30 Uhr abfahren! Ja, das sollte er... tatsaechlich kam er dann 5 Stunden spaeter. Wir waren unglaublich erleichtert als der Bus auf die Station rollte und dann hiess es nichts wie rein da! Aber was ist das? 3 Sitzreihen fehlen. Wir hatten etwas mehr Glueck als die deutschen Jungs die mit uns an der Station gewartet haben...deren Sitze fehlten. Ausserdem haben wir Isabel an der Station getroffen, die sich dann kurzerhand unserer Gruppe angeschlossen hat und auch direkt mal einen Tag laenger im Mole geblieben ist. Aber immer der Reihe nach: Die folgede Fahrt war - nunja - amuesant, beaengstigend, aufregend und vor allem dreckig. Man konnte vor Staub kaum atmen und der Bus holperte teilweise in extremer Schieflage ueber die unebene Sandpiste.  Als dann irgendwann die Scheinwerfer dank Wackelkontackt immer oefter ausfielen war ich doch leicht beunruhigt. Nicht nur, dass der Bus auf dieser Strecke nachts oeter ueberfallen wurde, sondern jetzt standen wir auch noch mitten im Nirgendwo - ohne Licht! Nach fuenf Stunden haben wir dann endlich den Molepark erreicht und konnten in unsere Betten fallen!

18.12.

Die Pumbas laufen vor unserer Tuer her, ich habe einen wunderschoenen Sonnenaufgang gesehen, ein krokodil kann vom Pool aus im Wasserloch beobachtet werden... Hakuna matata! Nachmittags haben wir eine Jeep Safari gemacht, natuerlich auf dem Dach vom Jeep, bei der wir Paviane, Geier, andere Affen und hirschaehnliche Boecke gesehen haben. Ziemlich cool! Abends gab es dann einen Cheeseburger. Tja und das haette ich mal besser gelassen, denn damit fing das Elend an. Das Hackfleisch war offensichtlich nicht frisch oder jedenfalls nicht durch gebraten, was zur Folge hatte, dass ich es ein paar Stunden spaeter auf allen erdenklichen Wegen wieder ausgeschieden habe. Die ganze Nacht lang konnte ich anschliessend zur Toilette laufen, Lustiger Weise hatte Lucas auch so einen Burger und wir haben uns beim Rueckwaertsessen gegenseitig im Badezimmer gehoert... 

19.12.

Tee, Elektrolytepulver, Cola und Toast waren angesagt. Mittags sassen dann ploetzlich ganz viele Paviane vor unserem Motel. Das war ja erst mal ganz lustig, denn man konnte ganz nah an die ran gehen. Als dann ploetzlich einer der Affen Kurs auf unsere Zimmertuer nahm haben wir die entschlossen von innen zu gemacht. Zum Glueck hatte ich die Hand schutzmaessig an die Tuer gelegt, denn der Affe ist entschlossen dagegen gesprungen!! Nach etwa 45 min. wurden wir dann von einem Motelmitarbeiter gerettet. Der hat die Affen mittels einer Steinschleuder verjagt und uns den Weg nach draussen ermoeglicht. Nachmittags haben die anderen dann noch eine fusslaeufige Safari gemacht bei der sie tatsaechlich einen Elefanten gesehen haben. Naja, ich lag ja leider immer noch total schlapp im Bett.

20.12.

Um 4 Uhr frueh ging es los vom Mole in Richung Tamale und dann weiter nach Techiman. Hier haben wir Caros und Inas Abschied gefeiert, bzw die anderen, denn mein Bauch war immer noch nicht ganz in Ordnung. 

21.12.

Auf zum Monkez Sanctuary! Mit unserem gemieteten Taxi gings also zu den Affen. Die einen waren eher schuechtern und haben uns nur von weitem beaeugt, die anderen umso zutraulicher. Die haben uns die Bananen aus der Hand gefressen. 

Anschliessend ging es nach Kumasi, wo wir uns nun wirklich von Ina und Caro verabschieden mussten. Die beiden fliegen naemlich am 27. zurueck nach Deutschland. Wir anderen haben dann etwa 2 Stunden gebraucht um in Kumasi zu unserem Hotel zu kommen, und es war letztlich doch ein anderes als das wir wollten. Aber das war jetzt auch echt egal! Nach einem leckeren Abendessen kam dann die naechste Magen-Darm-Attacke. Alles lief nur noch wie Wasser aus mir raus und ich habe kaum geschlafen.

22.12. 

Ich habe Fieber. Also ab zum Krankenhaus und einen Malariatest machen - negativ!! Gott sei dank! Der Magen hat sich den ganzen Tag nicht einbekommen und so hiess es fuer mich Bettruhe und fuer die anderen Culture Center.

23.12.

Nachdem die anderen fruehstuecken waren haben wir uns ein Taxi zum Lake Bosumtwi geholt. Der ist durch einen Meteor entstanden und die Geschichten drum herum sind ganz interessant. Ansonsten gibt es eher wenig zu sehen und so sind wir nach dem Mittag mit einem Taxi richtung Obuasi gestartet. Unser Faherer hat dabei die mit Schlagloechern uebersaehte Strasse recht zuversichtlich schnell befahren, bis der linke Hinterreifen das Spiel nicht mehr mitgemacht hat. Platt... wir dachten: Reifen wechseln. Aber weit gefehlt! Es wurde einfach die Felge fester ans Rad gehaemmert und weiter geht die Fahrt - dann eben mit nem Platten! Vor Obuasi wurde der Fahrer dann allerdings von einem Polizisten dazu angehalten den Reifen aufzupumpen. Weil es mir und meinem Darm immer noch nicht besser ging haben wir in Obuasi uebernachtet.

24.12.

Heute ist Heiligabend!! Ich habe kein Fieber mehr und die Nudeln vom Abendessen sind auch noch nicht aus mir rausgelaufen. Juhu! Also geht es los nach Tarkwa. Die Strecke war 3x so schlimm, wie die nach Mole! Einige im Graben liegende Trotros haben wir gesehen und nach fast 5 Stunden Fahrt tat uns der Hintern ganz schoen weh...! Mein Magen wurde auch ordentlich durchgeruettelt und siehe da, der Wasserdurchfall kehrte zurueck. So ein Mist! Wie sind dann mit Taxen bis nach Beyin, wo wir in heruntergekommenen Strohhuetten naechtigen wollten. Ohne jeden Anspruch machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem und fanden das Weihnachtswunder: eine spanische Tapas Bar mitten im Nix. Die anderen drei haben orgendlich gegessen - fuer mich gabs wieder nur trockene Nudeln - und sich den ein oder anderen Cocktail genehmigt. Da mein Bauch einfach nicht aufhoerte alles unverarbeitet auszuscheiden, wollte ich in ein anderes Hotel - mit richtiger Toilette-, aber irgendwie haben wir unsere "romantischen" Strandhuetten nicht so direkt wiedergefunden. Als ich gegen halb 12 an dem anderen Hotel ankomme, sind alle Schotten dicht und ich kann mit meinem Gepaeck durch die schuele Regenwaldluft zurueck zum Strand laufen. 

In der Nacht beschliesse ich, dass es so nicht weitergeht und ich am naechsten Tag zurueck nach Koforidua fahren muss, um mich untersuchen zu lassen.

25.12. 

Ich packe mich in aller Fruehe auf, um nach Koftown zu kommen und nehme ein Taxi zum naechst groesseren Ort wo ich ein Trotro nach Takoradi nehmen kann. Von da eins nach Cape Coast und von da eins nach Swedru wo mir - mein Weihnachtsengel - Isabel einen Fahrer hingeschickt hat, der mich nach Koforidua gefahren hat. Nach 9 Stunden bin ich endlich "zu Hause" und esse nur noch etwas Reis mit Bananen und falle ins Bett.

26.12.

Nachdem Ina kurz bei mir war fahre ich ins Central Hospital und bekomme was gegen den Druchfall. Den Malariatest kann ich heute nicht machen, da das Lab geschlossen hat. Ich telefoniere nur noch mit Mama und falle ins Bett.

27.12.

Ich habe wieder Fieber... nach dem Fruehstueck mache ich mich auf ins Lab wo mir dann Blut abgenommen wird. Waehrend ich auf das Ergebnis warte geht eine lautstarke Parade an mir vorbei. Ich weiss nicht genau, ob die Weihnachten oder einfach ihre Kirche gefeiert haben, auf jeden Fall war es total cool!! Der Malariatest ist negativ, aber der Arzt weiss nicht so genau ob denn auch alle Malariaarten getestet wurden, oder nur die tropica. Ich bekomme trotzdem ein Malariamittel und bin nun voellig verwirrt... Ich bitte Mama meine Tropenartzin anzurufen, die sich dann noch richtig ins Zeug gelegt hat um sich zu informieren und Mama nochmal zurueckgerufen hat. Ich soll alle Medikamente nehmen. Gesagt, getan.

28.12.

Ich lag den ganzen Tag im Bett. Muede und k.o. von den Tabletten und der (welcher auch immer) Krankheit habe ich nichts gemacht als gegessen und geschlafen.

29.12.

Ein weiterer Tag im Bett...

30.12.

Heute geht es mir wirklich viel besser! Das Fieber ist seitdem ich die Malariatabletten genommen habe nicht mehr wiedergekommen und auch sonst fuehle ich mich fitter. Nach dem Fruehstueck habe ich meine super schmutzigen Klamotten gewaschen und nach einem leckeren Jollofrice Mittagessen bin ich also in die Stadtgefahren und ins Internetcafe, wo ich noch bin. Hier hab ich dann auch mit der family geskypet und unseren Weihnachtsbaum gesehen!! Hier gibt es naemlich wenn ueberhaupt nur so kitschigen Plastikkram mit Karnevalsgirlanden. Jetzt gehts noch zum Markt... vielleicht finde ich ja was schoenes.

15Dezember
2012

Reiseplan

Der Reiseplan

14Dezember
2012

Are you runnin' !?

11.12.

Das Waakye liegt mir irgendwie sehr schwer im Magen... Naja, trotz allem und der Erkaeltung ging es auf zur Schule wo dann - oh Wunder - nichts gemacht wurde. Aus Langeweile haben wir dann einfach immer weiter Essen gekauft und z.B. fried Yam gegessen. Sehr lecker!

Zu Hause gab es dann Red red zu Mittag. Das sind Bohnen und frittierte Plantain. Naja schon wieder Bohnen und dass in den etwas angegriffenen Magen - egal, es schmeckt so gut! Anschliessend habe ich Addo dann geholfen seinen Internetstick und Skype ans Laufen zu bringen. Nach zwei Stunden hat endlich alles funktioniert und er konnte kurz mit seinem Sohn im Kongo sprechen. Die Bohnen sorgen nun langsam fuer bestaendige Bauchschmerzen...

12.12.

Zuerst dachte ich, dass ich nicht in die Schule gehen kann, weil mein Bauch sooo weh getan hat. Dann bin ich doch gegangen und meine Lehrerin hat mir einen Donut gekauft. Total lecker! Die Kinder haben Fussballspiele organisiert und sind in der heissen Ghana-Sonne uebers Feld gefegt. Im Klassenraum haben sie dann englische Weihnachtslieder gesungen und gefragt, ob ich ueber Weihnachten auch nach Hause fahre... 

Mein Bauch tut immer noch ganz schoen weh...

13.12. 

Ich verzichte auf das Fruehstueck weil der Magen immer noch ziemlich rumort. In der Schule kaufe ich mir dann ein trockenes T-Bread, das ich auch gut vertrage. Um 12 Uhr durften wir gehen und nun sind Ferien! Nach einem aufreibenden ersten alleinigen Aufenthalt in der Stadt komme ich ziemlich fertig nachmittags zu Hause an.

Nach dem Essen mache ich mich auf den Weg zum Perlenmarkt, wo ich mit Ina verabredet bin. Leider komme ich nicht mal bis zur Hauptstrasse - ich kehre um und muss die letzten Meter zum Haus tatsaechlich rennen, um die Toilette rechtzeitig zu erreichen! Are you runnin'? Oh ja!! Ina kommentiert meine Absage mit den Worten: dein erster ghanaischer Durchfall!

Ich lege mich ins Bett, esse nur noch ein paar Pringles und trinke viel Wasser. Nach der Malariatablette schlafe ich dann auch ganz schnell ein.

14.12.

Nach meinem komatoesen Schlaf geht es mir heute schon viel besser! Ich habe Brot gefruehstueckt und Nudeln zu Mittag gegessen. Bis jetzt haelt der Magen durch. Auch das Eis in der Stadt hat bisher keinen Schaden angerichtet - toi, toi, toi! 

Sonntag in aller Fruehe soll es schliesslich losgehen Richtung Norden, bis dahin muss der Magen fit sein! Geplant sind 3 Wochen: Tamale, Mole Park, Kumasi, von da in den Westen und dann an der Kueste entlang zurueck. Ich bin schon sehr gespannt auf alles, was wir erleben werden!!

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